Krieg und Verwandtschaft. Beratungsszenarien in der französischen Heldenepik
DOI:
https://doi.org/10.25619/BmE202620317Abstract
Der Beitrag untersucht Beratungsszenen in deutschsprachigen Bearbeitungen der französischen Heldenepik (Chanson de geste) als gattungsprägendes narratives Strukturprinzip. Anhand des ›Rolandslieds‹, des Willehalm-Zyklus sowie im Vergleich mit Werken, die auf dem Typus französischer Chansons d’aventures basieren, wird gezeigt, dass formelle politische Beratungen zentrale Diskurse um militärische Auseinandersetzungen, Herrschaft und Dynastie bündeln, Handlung retardieren und zugleich kriegerische Eskalationen präfigurieren. Während männlicher Rat überwiegend außenpolitisch-militärisch konnotiert ist, wird dynastische Zukunft vor allem über weibliche Beratungen verhandelt. Beratung erscheint damit als Scharnier zwischen Narration, Gewalt und genealogischer Ordnung.
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