• Themenheft 4: Figuren des Dritten im höfischen Roman
    2020

    Triadische Logiken entfalten sich nicht nur auf unterschiedlichsten Beobachtungsebenen und ‑feldern, sondern differieren auch in Explizitheit, Konsequenz und Dynamik, in Dimensionierung, Auswirkung und Zeitlichkeit der ihnen inhärenten Irritation und Ambivalenz. Der Fixierung eines solchen Interesses auf das Ziel einer ›Überwindung‹ binären Denkens hin ist daher eine analytische Offenheit vorzuziehen. Diese vermeidet auch historisch die Fixierung eines ›Siedepunkts‹, an dem erst von ›eigentlicher‹ Drittheit die Rede sein könne. Das vorliegende Themenheft befasst sich mit personalen Figuren des Dritten in vormodernen Texten und ihrer narrativen Produktivität: mit triangulären, seriell entfalteten Eifersuchtskonstel- lationen im ›Trojanerkrieg‹, mit einer Rivalenfigur im ›Reinfried von Braunschweig‹, deren axiologische Ambivalenz auch die Erzählerstimme erfasst, und schließlich mit dem Erzähler als Figur des Dritten im ›Parzival‹, der mit unterschiedlichen textästhetischen Strategien die duale Struktur des Zweikampfs aufbricht.

  • Brevitas 1 – Sonderheft BmE: Prägnantes Erzählen
    2019

    Eine der vormodernen Kleinepik eigene Qualität ist sicherlich ihre Prägnanz, da ist sich die Forschung einig. Was freilich genau unter dieser Qualität zu verstehen ist, bleibt oftmals vage. Die Verständnisweisen von Prägnanz reichen von Auffälligkeit, prägendes Potenzial, Knappheit bis hin zu Inhaltskomplexität, Pointierung oder erst noch zu entfaltende Sinndimension. Im vorliegenden Sammelband werden diese unterschiedlichen Zugangsweisen nicht künstlich eingeebnet. Stattdessen werden unterschiedliche Verständnisse des Phänomens ›prägnantes Erzählen‹ entfaltet und exemplarisch für eine Interpretation der Kleinepik fruchtbar gemacht. Ziel ist es, das interpretative Potenzial des Prägnanz-Begriffs auszuloten und neue methodische Zugänge speziell zur vormodernen Kleinepik zu schaffen.

  • Bd. 2 (2019)

    Die jeweils aktuelle Jahresausgabe wird permanent durch neue Beiträge ergänzt, sobald diese das Peer-Review-Verfahren und den Redaktionsprozess durchlaufen haben. Registrierte Leserinnen und Leser informieren wir über die Veröffentlichung neuer Beiträge per E-Mail. Zum Jahresende wird an dieser Stelle zusätzlich die gesamte Jahresausgabe in einer einzigen PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung stehen. Themenhefte erscheinen während des Jahres als eigenständige Ausgaben.

    Titelbild: Paris, BnF, Latin 1156B, fol. 171r (Ausschnitt), Rennes, ca. 1430 (Quelle: gallica.bnf.fr / BnF)

  • Themenheft 3: Historische Narratologie
    2019

    Das Themenheft dokumentiert die Abschlusstagung des von 2014 bis 2017 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Netz­werkes ›Medieval Narratology: Formen und Funktionen mittelalterlichen Er­zählens‹. Im Zentrum der Beiträge stehen die ›großen‹ Themen: Welche Rolle spielt Unzuverlässigkeit im mittelalterlichen Erzählen, in­wiefern ist Erzählen ›wahrscheinlich‹ bzw. von Parametern des (Un-)Wahr­scheinlichen geprägt? In welchem Maße lässt sich das Erzählen in Schemata als produktiver Prozess fassen? Die hier weitergeführten mediävistischen Debatten werden zudem von der Komparatistin Karin Kukkonen und dem Medienwissenschaftler Stephan Packard aus kritisch-distanzierter Perspektive kommentiert.

     

    Themenheft 3 (Gesamt-PDF)

  • Bd. 1 (2018)

    Die jeweils aktuelle Jahresausgabe wird permanent durch neue Beiträge ergänzt, sobald diese das Peer-Review-Verfahren und den Redaktionsprozess durchlaufen haben. Registrierte Leserinnen und Leser informieren wir über die Veröffentlichung neuer Beiträge per E-Mail. Zum Jahresende wird an dieser Stelle zusätzlich die gesamte Jahresausgabe in einer einzigen PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung stehen. Themenhefte erscheinen während des Jahres als eigenständige Ausgaben.

    Titelbild: Buchstabenernte, Paris, BnF, Latin 1156B, fol. 135r, Rennes, ca. 1430 (Quelle: gallica.bnf.fr / BnF)

  • Themenheft 2: Erzählen und Rechnen. Mediävistische Beiträge zur Interaktion zweier ungleicher Kulturtechniken
    2018

    Die Beiträge des Themenheftes verstehen sich als Vorstoß zur Sondierung eines bislang erstaunlich wenig beachteten Zusammenhangs. Anhand von Fallbeispielen vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, Texten für den Schulgebrauch ebenso wie Dichtungen, und sowohl von der Mathematik als auch vom literarischen Erzählen selbst ausgehend beleuchten sie Beziehungen zwischen Erzählen und Rechnen bis hin zur Frage, ob der Zusammenhang von Er-Zählen und Rechnen nicht womöglich überhaupt als Paradigma historischer Narratologie gelten kann. So sollen erste Eindrücke von der Vielfalt der Anknüpfungspunkte, die eine Diskussion der Thematik haben könnte (und müsste), gegeben werden und zugleich Impulse, diese Diskussion weiter voran zu treiben.

    Themenheft 2 (Gesamt-PDF)

  • Themenheft 1 Themenheft 1: ›narratio‹ und ›moralisatio‹
    2018

    Was bedeutet es, wenn bei Exempeln, Fabeln, Schwänken oder ›Mären‹ die moralisatio quer zum Erzählten steht, wenn die Auswertung dem erzählten Beispielfall widerspricht, ihn subversiv unterläuft, wenn einer vielschichtigen Geschichte eine banale Moral zur Seite gestellt wird oder wenn die Moral schlicht nicht nachvollziehbar ist – wenn also Erzählen und Didaxe nicht zusammenspielen, sondern auf ihrem Eigensinn beharren und ihren je eigenen Geltungsanspruch haben? Solchen und ähnlichen Widersprüchen zwischen ›Erzählen mit didaktischem Anspruch‹ und vermittelter Moral spüren die Beiträge des Themenheftes nach, um zu zeigen, wie aus den Spannungen und Diskrepanzen zwischen erzählter Geschichte und lêre fruchtbare strukturelle Offenheit und Multiperspektivität entstehen.

    Themenheft 1 (Gesamt-PDF)