Rat, Beratung und kluger Kompromiss. Abwägende Entscheidungsfindungen in Chaucers ›Tale of Melibee‹, im ›Wilhalm von Wenden‹ und ›Reinfried von Braunschweig‹ (›deliberacion‹, ›billîch‹)

Autor/innen

  • Christiane Witthöft

DOI:

https://doi.org/10.25619/BmE202620321

Abstract

In der spätmittelalterlichen Literatur wird die Relevanz deliberativer Verfahren für die Entwürfe politischer Beratung, Ratschlüsse und Kompromissbereitschaft deutlich. Chaucers ›Tale of Melibee‹ (›Canterbury Tales‹) lässt sich als Referenztext für die zeitgenössische Idee kluger, weil kompromissbereiter Beratung im späten Mittelalter lesen (deliberacion). Auch in den Minne-, Abenteuer- und Legendenromanen des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts zeichnet sich ein politisches Schema des deliberativen Beratens ab. Die Tugend der prudentia ist dabei fester Bestandteil der Beratungsethik (›Wilhalm von Wenden‹, ›Reinfried von Braunschweig‹). Die Fähigkeit zum klugen Kompromiss umfasst grundlegende ethische, emotionale und kognitive Komponenten und zeigt sich unter anderem im Verständnis für die situative Angemessenheit von Entscheidungen (billîch).

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Veröffentlicht

14.08.2026